“Für jetzt und alle Ewigkeit” von Liz Nickles
Wer (nur) ein oder zwei (Lese-)Abende Zeit hat und von einem romantischen “Taschenbuch des Monats” in dem dauernd Eine stirbt
nicht abgeschreckt wird, für den könnte dieses Taschenbuch etwas sein.
Inhalt
Nicki hat eigentlich keinen Grund zur Klage: Sie ist 20 Jahre jung, ihre Beziehung zu Tim hält auch schon seit einigen Jahren und die WG, bestehend aus mit ihrer besten Freundin Emily, Tim und Eric, passt gut in ihren Lebenstil. Als sie jetzt noch ein Jobangebot von ihrer Traumkanzlei bekommt, hat sie das Gefühl als gehöre ihr die ganze Welt. Wenn nur nicht immer diese Kopfschmerzen wären.
Diese stellen sich bald als eine tödliche Krankheit heraus und nun will Nicki einfach nur noch weg. Um auf andere Gedanken zu kommen, unternimmt sie zusammen mit Emily und Eric eine Kreuzfahrt in Griechenland und lernt dabei was es heißt zu leben.
Kritik
Meine Inhaltsbeschreibung hört sich klischeehaft und nicht sonderlich einfallsreich an, oder nicht? Nun, sie passt gut zur Geschichte, die von Liz Nickles erzählt wird. Grob gesagt handelt es um die Story die sich wohl jeder romantisch veranlagte Mensch schon einmal vorgestellt oder in einem Film gesehen hat: Man ist jung, alles liegt noch vor einem, die Liebe des Lebens ist nur um die Ecke und dann stirbt man. Das klappte nicht nur in Romeo und Julia sehr gut, sondern ist auch heute noch ein erfolgreiches Grundkonzept.
Aus genau dieser soliden und bekannten Basis muss sich ein Autor, der eine solche Geschichte verfasst, Gedanken über die besonderen Kleinigkeiten machen, die seine Version dieses Klassiker von der Masse abheben lässt. Liz Nickles ist dies meiner Meinung nach nicht gelungen. Es fehlen die großen Gefühle, die wirkliche Tiefe. Der Hauptcharakter verdrängt einfach zu viel und setzt sich kaum mit der Krankheit auseinander. Und die wenigen Stellen in denen das geschieht sind alles andere als beeindruckend, zu wenig Gefühle kommen auf. Zu ausweichend wird alles beschrieben, selbst der unvermeidliche Tot am Schluss wird zu einfach und locker in wenigen Seiten abgehandelt. Sehr schade, gerade für das Ende habe ich noch auf etwas ganz besonderes gehofft.
Obwohl gerade die Grundgeschichte zum nachdenken und sentimental sein einlädt, liest sich das Buch größtenteils wie eine lockere Beschreibung des letzten Sommerurlaubs wie man sie in einigen durchschnittlichen Tagebüchern finden könnte. Außerdem fehlen die besonderen Wegpunkte, die die Geschichte markieren. Im Grunde genommen könnte man die Story in einigen Worten zusammen fassen und hat dabei nichts wesentlich essentielles ausgelassen.
So negativ sich das alles anhört, muss ich natürlich auch die positiven Punkte erwähnen. Das Buch ist nur 206 Seiten dick, man verschwendet seine Zeit also nicht mit einem dicken Wälzer. Okay, das klingt immer noch negativ. Es ist einfach ein netter Roman, für Zwischendurch, der sehr locker geschrieben ist und sich unkompliziert runter lesen lässt.
Fazit
Wie gesagt, die Autorin macht schreiberisch einen guten Job, es hapert lediglich an ein paar große Ideen, die das Buch zu etwas besonderem gemacht hätten. Würden das Cover und die Aufmachung das Taschenbuch nicht so gut als “normalen Liebesroman” tarnen, würde es auf jeden Fall ein gutes Jugendbuch abgeben. Hier besteht ein ähnliches Problem, wie bei der Gilmore Girls Roman Reihe.
Finale Wertung: 2 von 5 Punkten.
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