Konzertbericht: Wolfgang Schmid - A Special Kick - München [Update]
Zum letzten mal in dieser Woche spielten gestern Abend Marco Minnemann (Schlagzeug), Wolfgang Schmid (Bass, Gesang), Libor Shima (Saxophon, Fagott) und Peter Wölpl (Gitarre) im Jazzclub Unterfahrt in München. Die vier standen schon zusammen im Rahmen des "Kick"-Projektes im Studio und spielten die Songs die sie zusammen schon für die beiden Alben, Special Kick und A Swift Kick, produziert hatten. Und ich war dabei! 
Leider war der Jazzclub nicht so gefüllt wie er hätte sein können. Ich schätze, dass cirka 80-100 Leute reinpassen würden. Anwesend waren aber nur ungefähr 30. Und von denen waren wohl die Hälfte noch Freunde und Bekannte der Musiker. Marco Minnemann lebt z.B. ja in Los Angeles und kommt nur selten nach Deutschland. Das war auch der Grund, warum ich dort war: Ich wollte endlich mal Marco Minnemann live sehen.
Es war eh ungewöhnlich für mich auf ein Konzert zu gehen, wo ich die Musik vorher nicht kannte. Ich habe keine der beiden Alben und hörte lediglich vorher einmal die kurzen Schnipsel die es bei Amazon zu hören gibt. Von diesen war ich sowohl begeistert, als auch erschreckt: Die Musik hörte sich wirklich interessant an, aber was sollte dieser Sprechgesang da drin? Während des Konzertes empfand ich diesen aber nicht als negativ. Es wurde die meiste Zeit Instrumentalstücke gespielt, die wiederum mit vielen Solis behaftet und recht lang waren. Das erste Set z.B. hatte 45 Minuten bei 4 Songs und einem Schlagzeugsoli. Da tat hin und wieder die kurze “Entspannung” mit gesungenen Strophen ganz gut.
Und das wichtigste: Die Musik war wirklich der Hammer. Das Wolfgang Schmid und Marco Minnemann Meister ihres Instrumentes sind, ist bekannt. Aber auch die anderen Mitglieder der Band lieferten eine sehr gute Leistung ab. Ich hatte außerdem das Gefühl, dass, wie bei Jazz üblich, sehr viel improvisiert wurde. Es hat einfach Spaß gemacht zuzuhören. Während der beiden Solis von Minnemann (eines pro Set) wusste ich gar nicht, ob das zusehen oder das zuhören besser ist. Sicher, Marco baut viele Showelemente ein. Die meisten davon kannte ich schon von seiner DVD “Extreme Drumming” ein und ich stehe auch nicht so auf Showelemente bei Konzerten. Aber wenn er einen sinnvollen und coolen Groove bringt und sich dazu alle drei Hi-Hats um ihn herum bewegen, ist das einfach richtig cool und machte Spaß. Lustig war auch noch eine Stelle im ersten Set, als zum Ende eines Songs, der mit einem Gitarrensolo aufhörte, alles immer leiser wurde. Angefangen damit hat Peter Wölpl und der Rest der Band hat mitgezogen. Das ging dann sogar soweit, dass Wolfgang Schmid und Peter Wölpl nur noch akustisch spielten, vom Saxophon hörte man keine Töne mehr, sondern nur noch die Luft, die durch das Instrument gepustet wurde und Marco Minnemann fuchtelte nur noch in der Luft herum und tat so als ob er spielen würde.
Sowas geht eben nur in so kleinen Konzertsällen.
Ich fand die Athmosphähre in dem Club auch sehr interessant. Durch den kleinen Saal und die wenigen Besucher war es sehr entspannt und ich finde auch persöhnlich. Irgendwie schon cool, wenn man bedenkt, dass solche Musiker bestimmt schon in dem ein oder anderen Stadion gespielt haben, sich aber an einem solchen Abend vor und nach dem Auftritt aber direkt am Nachbartisch niederlassen. Ich habe mich schon etwas geärgert, dass ich keinen Stift und keine meiner Minnemann bzw. Schmid CDs dabei hatte.
Insgesamt ein sehr schöner Abend, der Spaß machte, nicht viel kostete und an dem man wirklich eine geballte Ladung musikalischen Könnens bewundern konnte. Danke an das Orchester, wie Wolfgang Schmid die Band an dem Abend bezeichnete!
Update: Bilder hinzugefügt.
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