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Thursday, 24. May 2007 - 23:43

“Träumen Kometen” von S.P. Somtow

Eines der aktuellen Star Trek Bücher hat vor einiger Zeit den Weg auf mein Nachttischkästchen gefunden und darf nun zu den Anderen ins Büchregal. Was dazwischen geschah, beschreibe ich in dieser Rezension.

Foto des Buchcovers

Inhalt

Die Enterprise-D ist auf dem Weg zu einer neuen Mission, die sie in den schon fast zu bekannten föderalen einen Zwiespalt bringt, ob nun einem Volk geholfen oder die oberste Direktive der Nichteinmischung befolgt werden soll.

Diesesmal geht es um das Volk des Planeten Thanet. Die Thanetianer glauben, dass ihre Gesellschaft seit gerade einmal fünftausend Jahren besteht und bald von einem “Todesbringer” zerstört wird, so dass eine neue fünftausend Jahre Periode entstehen kann. Da das heiligste Buch der Thanetianer, das Panvivlion, allerdings viele Gründe liefert, warum diese Tatsachen als gegeben anzusehen sind freuen sich die Thanetianer auf den “Untergang ihrer Welt”.

Das die Wahrheit allerdings doch etwas anders liegt und einige Thanetianer von den Möglichkeiten der Föderation nicht gerade uninteressiert sind, macht die Sache nicht einfacher.

Kritik

Dieses Buch ist, im Vergleich zu den letzten Star Trek Romanen die ich gelesen habe anders, da es nicht versucht eine Story epischen Ausmasses zu erzählen. Die Geschichte fühlt sich, hätte man sie verfilmt, mehr wie eine normale TNG-Episode an.

Trotzdem schafft es der Autor das etwas seltsame Volk der Thanetianer ziemlich genau und detailreich zu skizzieren. Man bekommt viel von der Geschichte und den Glaubenssätzen mit. Im Vergleich dazu, ist das ein oder andere Volk aus der Serie viel eindimensionaler dargestellt, obwohl es in einigen Episoden oder gar über mehrere Staffeln hinweg vorkommt (zum Beispiel die Bajoraner in DS9).

Ein weiterer Punkt der die Handlung mehr wie die einer gewöhnlichen Episode aussehen lässt sind die Charaktere der Enterprise. Denn eigentlich verhalten sich alle so wie immer und entwickeln tut sich keiner: Data ist der Superheld der alles weiß und immer die besten Ideen hat, Troi wird wie zu Anfang der Serie schon fast auf Ihren üblichen Satz Ich fühle Schmerz reduziert und LaForge darf mit ein paar technischen Dingen um sich werfen, mehr aber auch nicht.

Die Charakterentwicklungen hat S.P. Somtow mehr in die “externen” Charaktere wie die paar näher beleuchteten Thanetianer, zwei junge Crew Mitglieder der Enterprise und einen humanoiden Wissenschaftler und seinen Sohn gelegt, was dem Buch die nötige Tiefe verleiht.

Trotzdem fehlt diesem Buch etwas Besonderes, dass es aus der Maße herausragen lässt. Und es kränkelt etwas am Schreibstil, der manchmal einfach zu ungenau und sprunghaft ist, so dass man den ein oder anderen (Ab-)Satz zweimal lesen muss, bis man verstanden hat wo jetzt Person X auf einmal herkam. Manchmal gibt es da aber auch einfach nichts zu verstehen, weil die Person plötzlich aufgetaucht ist als stünde sie schon immer dort.

Mir scheint als würde die Auftragsvergabe zu einer deutschen Lokalisierung beim Heyne Verlag nur vom Bekanntheitsgrad des Autors abhängen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum gerade dieses Buch ausgewählt wurde, dass einfach nur absolut durchschnittlich ist. Aber die deutsche Star Trek Roman Problematik ist ja allseits bekannt und es sich auch mit diesem neueren Buch nicht so aus, als würde bald ein Umschwung stattfinden.

Eine positive Sache muss ich dem Verlag aber doch lassen: Die aktuellen matten “Einbände” (nennt man das bei einem Taschenbuch auch noch so?) sind richtig hübsch und ich habe schon allein beim Anblick einen leichten Anflug von “Leselust” bemerkt. (Smiley: smile) Auch bei einem etwas gebrauchterem Buch sieht das Exemplar noch richtig gut aus, was man von den früheren Hochglanzcovern ja nicht behaupten konnte. Das ist mir bei “Die Rache des Dominion” schon aufgefallen.

Bewertung

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die 234 Seiten nicht schlecht sind, einige gute Ansätze enthalten, sich aber irgendwie wie ein Erstlingswerk lesen lassen. In gewisser Weise stimmt das ja auch, da es der erste Versuch des Autors im Star Trek Gebiet war. Warum Heyne gerade diesen Band in Auftrag gegeben hat, kann ich nicht so ganz verstehen.

Abschließend bleiben 2 von 5 Punkten

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